Nach Mittag lichte ich wieder den Anker und fahre weiter nach Kiten wo ich bereits von der Grenzpolizei erwartet werde (Ich habe zuvor in Sozopol über Funk bekannt gegeben dass ich von Kiten in die Türkei ausreisen möchte).
Der kleine Hafen von Kiten ist vollgepackt mit Booten, auch für freies Ankern ist es zu eng. Ich verständige mich mit den Beamten dass ich weiter nach Tsarevo fahre.
Die Küste ist jetzt stark gegliedert, viele Buchten mit Sandstränden, dazwischen hohe Klippen. Es ist nicht weit nach Tsarevo und um 1700 Uhr fällt der Anker – die Grenzpolizistin ist schon da.
Die freundliche Beamtin klärt mich auf dass vor meiner Ausreise der Zoll aus dem 70 km entfernten Burgas anreisen müsse – ich sollte also rechtzeitig Bescheid geben um nicht werten zu müssen.
Langsam wird mir die Kundenorientierung der bulgarischen Behörden unheimlich.
In Tsarevo herrscht Tourismus „light“ – die Straßen der Stadt sind rechtwinkelig angelegt, nur eine „Hauptstraße“ macht die Stadt zur Tourismusgemeinde – hier sind Verkaufsstände, Restaurants und Imbiss-Buden gebündelt. Es ist ein guter Platz um neuerlich Abschied zu nehmen. Auch hier liegt die Stadt über dem Meeresniveau, von einem Gastgarten aus habe ich einen traumhaften Blick über den Hafen, der im Abendlicht versinkt.
Morgen werde ich wieder in der Türkei sein – der Kreis beginnt sich zu schließen.
Ich bestelle noch ein Kamenitza und lasse die vergangenen Tage Revue passieren: Varna, Nessebar, Sozopol, Ropotamo Bay – Bulgarien hat an seiner Schwarzmeerküste viel zu bieten.
Am Nachmittag habe ich bei der Grenzpolizei meine gewünschte Abreisezeit für morgen bekannt gegeben. Gleich in der Nähe, beim Hafen entdecke ich ein großes, rotes Schild, in bulgarischer und englischer Sprache:
Ladies and Gentlemen, we highly appreciate your proposals, recommendations and opinions about the activity of border control. If such exist please write them, by notifying the date, the hour, the direction of passage, the officer served and your personal information, in order to contact you for the taken measures. For your convenience please call our telephone nr. +359/2/9823308 nsgp@mvr.bg
Jetzt ist alles klar, hier ist Kundenorientierung wirklich nicht nur ein Schlagwort. Die Behörden sind offensichtlich wirklich bemüht ihre Arbeit als Dienstleistung zu gestalten – vielleicht wäre das auch ein gutes Beispiel für die eine oder andere österreichische Amtsstube.
Alexander Ahrer / blue-water|at
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